Auch wenn für viele Urlauber Mallorca der Ferienort schlechthin ist, so hat Spanien noch wesentlich mehr zu bieten. Die traumhafte Costa Blanca beispielsweise, die ihren Namen nicht nur den Kalkfelsen der Küste und den südländisch weißen Häusern verdankt, sondern auch den 300 strahlenden Sonnentagen im Jahr. Die Landschaften Spaniens und die Metropolen Madrid, Barcelona und Valencia, als auch andere Städte wie Alicante, Sevilla oder Malaga sind so aufregend wie die feurigen Spanier selbst und geradezu perfekt für einen individuellen Urlaub in einem Ferienhaus oder einer Ferienwohnung.
Im Schlaraffenland der Tapas Spanien macht mit Häppchen und Feinschmeckermenüs Appetit
Spanier sind echte Genussmenschen, die Essen und Trinken nicht als nüchterne Nahrungsaufnahme begreifen und sich ungern mit anspruchsloser Kost bescheiden. Mindestens ebenso wichtig wie das leibliche Wohl ist der Plausch zwischendurch. Mit Vorliebe lässt man sich zum ausgiebigen Tafeln nieder, wobei ein Essen im Restaurant durchaus zwei bis drei Stunden dauern kann. Dabei bekommen es Urlauber mit einer besonderen Tradition der Bewirtung zu tun, die eine Art innere Zeitverschiebung erfordert. Da der spanische Rhythmus nach hinten ausgelegt ist, beginnt man den Tag relativ spät mit einem bescheidenen Frühstück (desayuno) gegen 8 Uhr. Müsli, Wurst- und Käsestullen sind Sache der Spanier nicht. Der Tagesauftakt mit starkem Milchkaffee (café con leche) und einem süßen Brötchen (bollo suizo) oder einem Croissant ist eher kärglich, aber umso mehr weiß man sich zu steigern!
Um die Mittagszeit, ab etwa 12/12.30 Uhr, schlägt in den Bars die erste große Stunde der Tapas, Appetithäppchen jedweder Art. Mit einem Gläschen Rotwein (vino tinto), einem trockenen Sherry (fino) oder einem frisch gezapften Bier (caña) gibt man sich den Freuden der Schlemmerkleinkunst hin und stimmt sich auf das Mittagessen ein. Viele Bars sind kleine Schlaraffenländer für Tapas, deren Spannbreite von eingelegten Sardellen (boquerones) über Fleischbällchen (albóndigas) bis zu einem russischen Salat aus Kartoffeln, Ei und Mayonnaise (ensaladilla rusa) reicht. Die Tapas werden meist in glasgeschützten Auslagen präsentiert, was Sprachfremdlingen zugute kommt - man braucht einfach nur auf das Gewünschte zu deuten. In Städten wie Granada und León pflegt man die Tradition, Tapas kostenlos zum Wein oder Bier zu reichen; allerdings hat sich der Grundpreis in den letzten Jahren entsprechend erhöht, die Definition gratis trifft also nur begrenzt zu.
Das üppige Mittagessen (comida) steht ab 14/14.30 Uhr an. Zu später Stunde folgt ab etwa 21/ 21.30, oft auch erst gegen 22 Uhr das Abendessen (cena), das man ebenfalls gerne mit Tapas einläutet. Alternativ dazu lässt sich ein komplettes Abendessen durch eine ausgiebige Tapatour ersetzen. Dabei sollten Sie den Spaniern nacheifern, die von Kneipe zu Kneipe ziehen und immer Neues ausprobieren; in einer einzigen Bar hängen zu bleiben ist ganz und gar unüblich.
Mittags wie abends setzt sich die klassische Speisefolge aus drei Gängen zusammen: Vorspeise (primer plato bzw. entrante oder entremés), Hauptspeise (segundo plato oder plato principal) und Nachtisch (postre). Klassische Desserts sind Karamellpudding (flan), Milchreis (arroz con leche) oder die sahnige Cremespeise natillas. Den Schlusspunkt setzt man gerne mit einem Brandy und einem Kaffee, wobei man sich bei Letzterem auf einen Espresso (café solo), eventuell mit einem Schuss Milch (cortado) oder Schnaps (carajillo), beschränkt.
Wer in puncto Wein Ansprüche stellt, wird bestens bedient. Zu den wichtigen Anbauregionen von Qualitätsweinen zählen La Rioja, Katalonien, Navarra, Kastilien-León, Kastilien-La Mancha und Andalusien. Spanischer Sekt (cava), der überwiegend im hier método tradicional genannten Champagnerverfahren hergestellt wird, stammt fast ausnahmslos aus Katalonien.
Mode, Keramik und mehr Echtes Kunsthandwerk lohnt ebenso den Kauf wie Delikatessen, Wein und Olivenöl
Flamencopüppchen »made in China«, komplette Jakobspilgersets mit Filzhut und wallendem Umhang, die heilige Maria als verschnörkelte Porzellanfigur - wer in Spanien Kitsch und Nippes will, der bekommt ihn. Einen genaueren Blick hingegen verdient all jenes Kunsthandwerk, das authentisch vor Ort gefertigte Handarbeit ist: von der Gitarre über Schmuck und Fächer bis hin zu Intarsienarbeiten. Mit entsprechender Liebe zum Detail geht man vor allem im Südteil des Landes zu Werke, wo Souvenirs den reißendsten Absatz finden.
Beliebt sind Keramikwaren in allen Farben und Größen, verwendbar als Zierobjekte oder Gebrauchsgegenstände: Teller, Untersetzer, Kerzenhalter, Becher, Salatschüsseln. Da Spanien kein Billiglohnland mehr ist, lässt sich schon durch einen Blick auf den Preis die Spreu vom Weizen trennen, sprich Massenware von individuelleren Artikeln. So auch auf dem Modesektor, auf dem spanische Designer international auf sich aufmerksam machen. Wer sparen will, sucht halt Filialen der Kette »Zara« auf; große Modeabteilungen fährt auch die Kaufhauskette »El Corte Inglés« auf. Wenig zu sparen gibt es bei guten Lederschuhen, da die Preise in den letzten Jahren stark angezogen haben; bei vermeintlichen Schnäppchen sollten Sie Komfort und Verarbeitung vor dem Kauf genauestens prüfen.
Dank touristischer Nachfrage ist echtes Kunsthandwerk wie das Töpfern nicht untergegangen bzw. mancherorts sogar zu neuem Aufschwung gelangt. Zu den Hochburgen zählen Sevilla, Granada, Manises bei València und La Bisbal bei Girona. Toledo ist für seine Keramik und seine geschmiedeten Klingen bekannt, in Galicien sind Klöppelspitzenarbeiten (encajes) von hervorragender Qualität. Im Vergleich zu daheim stechen Delikatessen wie Serranoschinken und Manchegokäse als wirkliche Preisknüller hervor. Auch kaltgepresstes Olivenöl (aceite de oliva virgen extra) und gute Weine mit geschützter Herkunftbezeichnung (DO = denominación de origen) sind zu empfehlen.
Öffnungszeiten
In Spanien gibt es keine geregelten Ladenschlusszeiten. Überwiegend sind die Geschäfte Mo-Fr von 9.30 oder 10 bis 13.30 oder 14 und von 16.30 oder 17 bis 20 Uhr geöffnet, Sa mitunter nur vormittags.
Auch in Spanien muss man - wie in allen Reiseländern - ein paar Spielregeln und Vorsichtsmaßnahmen beachten
Bloß nicht...
Lärmempfindlich sein
Typisch südländisch, dass es in Spanien laut zugeht. Armadas an Mofas knattern durch die Gassen, in den Kneipen dröhnen die Fernseher, aus Spielhallen schwappen die Schallwellen, Plätze erbeben unter fröhlichem Palaver, Open-Air-Konzerte beginnen kurz vor Mitternacht - und zur selben Zeit rumpeln die Müllwagen durch die Altstädte. Unter den Einheimischen stört das kaum jemanden. Wer als Auswärtiger Ruhe sucht, sollte mit besonderer Bedacht sein Hotelzimmer auswählen. Faustregel: weit oben und nach hinten heraus.
Auf Verkehrsregeln verlassen
Regeln sind eine Sache, ihre Einhaltung eine andere. Wer als Fußgänger bei Grün oder über den Zebrastreifen geht, sollte sich vergewissern, dass wirklich kein Fahrzeug kommt bzw. dass die Fahrer willig sind anzuhalten. Spanische Steuerhalter, speziell Taxi- und Busfahrer, zeigen sich vielfach respektlos und scheren sich wenig um Zebrastreifen oder rote Ampeln. Seien Sie stets auf der Hut!
Auf Profibettler hereinfallen
In größeren Städten sitzen vor Kirchenportalen oft ärmliche Gestalten, Straßenmusiker sehen bedauernswert aus - doch das ist oft nur Show. Nach »Dienstschluss« zieht man das Handy hervor und setzt sich ins nahebei geparkte Auto.
Das Kleingedruckte übersehen
Auf Speisekarten in Restaurants und in Preisaushängen von Hotels steht oft ganz klein zu lesen »IVA no incluido«. Will heißen: IVA, die Abkürzung der spanischen Mehrwertsteuer, ist hier nicht inbegriffen. Dies passiert in Spanien häufig. In Restaurants und Hotels bezahlt man sieben Prozent IVA zusätzlich, ansonsten 16 Prozent. Gelegentlich ist die Mehrwertsteuer jedoch eingeschlossen, dann heißt es »IVA incluido«. Wenn Sie unsicher sind, fragen Sie am besten vorher.
Allzu hölzern wirken
Statt eines eher förmlichen Händedrucks begrüßen sich in Spanien Mann und Frau bzw. Frau und Frau mit zwei Wangenküssen, einmal rechts, einmal links. Hier gilt die Regel: einfach mitküssen! Außerdem pflegt man sich in Spanien, jedenfalls unter Gleichaltrigen, häufig sofort zu duzen, also tú statt das vielleicht aus Lehrbüchern bekannte Usted. (»Sie«). Diesen lockeren Landessitten sollten Sie sich nicht verschließen.
Banken und Kreditkarten
Öffnungszeiten der Banken: üblicherweise Mo-Fr von 9 bis 14 Uhr. Kreditkarten sind weit verbreitet, vor allem Visa. Geldautomaten sind überall in großer Zahl vorhanden.
Ein- und Ausreise
Personalausweis genügt. Bei der Einreise aus Deutschland, Österreich, Frankreich und anderen Schengen-Ländern findet normalerweise keine Passkontrolle statt.
Gesundheit
In Spanien gilt die Europäische Krankenversicherungskarte EHIC. Wer sichergehen will, schließt zusätzlich eine Reisekrankenversicherung ab. Lassen Sie sich zwecks Erstattung vom behandelnden Arzt die Rechnung (auch für Medikamente) detailgenau aufschlüsseln!
Internetcafés
In vielen Städten gibt es Internetcafés, die Adressen wechseln allerdings häufig, Infos unter www.ciber-cafes.com. Preise: meist 15 Min. für 50 Cent, 1 Std. 2 Euro.
Notruf
Landesweit 112
Öffnungszeiten
In Spanien gibt es keine geregelten Ladenschlusszeiten. Überwiegend sind die Geschäfte Mo-Fr von 9.30 oder 10 bis 13.30 oder 14 und von 16.30 oder 17 bis 20 Uhr geöffnet, Sa mitunter nur vormittags.
Post
Normale Postgebühren: 53 Cent für internationale Briefe bis 20 g und Postkarten. Briefmarken gibt es auch in Tabakwarenläden (estancos).
Telefon
Für Auslandsgespräche 00 und die Landeskennzahl wählen (Deutschland 49, Österreich 43, Schweiz 41), die Ortsvorwahl ohne die erste Null und dann die Telefonnummer eingeben. Vorwahl nach Spanien: 0034, dann direkt die Rufnummer.
Trinkgeld
Üblich sind in Bars und Restaurants fünf bis zehn Prozent, vorausgesetzt, Sie waren zufrieden.
Zoll
Innerhalb der EU dürfen alle Waren für den persönlichen Verbrauch frei ein- und ausgeführt werden, u. a. 800 Zigaretten, 10 l Spirituosen, 90 l Wein. Für Schweizer gelten erheblich geringere Freimengen, u. a. 1 l Spirituosen, 2 l Wein, 200 Zigaretten.
Auto
Die Autobahnen sind gebührenpflichtig. Höchstgeschwindigkeit ist auf Autobahnen 120 km/h, auf Schnellstrassen 100 km/h und 60 km/h innerorts. Das Anlegen der Sicherheitsgurten hinten und vorne ist obligatorisch. Alkohollimit ist 0.8 Promille.
Flamenco, Greens und Galoppaden Mit wehenden Mähnen am Strand entlang, ein Abschlag bis zum Ozean, zu Fuß, auf Rädern oder Brettern ins Gebirge
So vielfältig wie das Land selbst ist, so bunt präsentiert sich Spaniens Sportpaket: Die vielen großen und kleinen Gebirge locken neben den Wanderern auch die Mountainbiker und Skifahrer. Und Atlantik und Mittelmeer bieten alles, was Wassersportler suchen. Die Fluglinie Air Berlin (www.airberlin.com) befördert ausgewähltes Sportgepäck kostenlos.
Flamenco
Im tiefen Süden können Sie sich im Rahmen von Kurz- oder Langzeitkursen in die Kunst des Flamenco und der Sevillanas einweihen lassen.
Golf
Mit mehreren Dutzend Plätzen ist die andalusische Costa del Sol mittlerweile als »Costa del Golf« in aller Munde; im milden Klima des Südens lässt sich zwischen Herbst und Frühjahr herrlich golfen.
Kanu
Ein echtes Erlebnis, auch für Anfänger, ist eine Kanutour auf dem Río Sella in Asturien - vorausgesetzt, er führt genügend Wasser!
Radfahren & Mountainbiking
Leider zählt Spanien zu den radfahrerfeindlichen Ländern, Rücksichtnahme seitens motorisierter Verkehrsteilnehmer ist oft ein Fremdwort. Außerhalb geschlossener Ortschaften herrscht Helmpflicht. Als Radelgebiete sind außerhalb der sommerlichen Hochsaison die galicischen Fjordlandschaften zu empfehlen, um die sich zuweilen kleine Nebenstraßen legen. Im Binnenland kann man auf dem Jakobsweg von der spanisch-französischen Grenze rund 760 km nach Santiago strampeln, auch mit dem Mountainbike. Hier sind jüngst viele Erdtrassen, die sich nur für Wanderer oder Mountainbiker geeignet hatten, im Sinne von Freizeitradlern verbreitert worden. Ansonsten sind die Pyrenäen sehr gut für Mountainbiking geeignet.
Reiten
Reiten auf der Ranch, mit fliegenden Hufen durch Ölbaumhaine, im gemütlichen Trab an Kampfstierweiden entlang - Andalusien ist eine wahre Hochburg für Sattelfeste.
Segeln
Spaniens Küsten sind von zahlreichen Sporthäfen und Hunderten Segelclubs gesäumt, vor allem am Mittelmeer.
Tauchen
Bestens geeignet für den Unterwassereinstieg sind die katalanischen Illes Medes, ein kleiner Archipel rund eine Seemeile vor der Küste bei L'Estartit.
Wandern
Wanderer finden auf dem Jakobsweg, den Fernwanderwegen Senderos de Gran Recorrido und in einer Reihe von Nationalparks ideale Terrains. In Schutzgebieten wie dem katalanischen Parc Natural de la Zona Volcànica de la Garrotxa und dem aragonesischen Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido sind die Wege gut ausgewiesen, andernorts hinkt man bei der Kennzeichnung noch ein wenig hinterher.
Windsurfen
Windsurfingfreaks kommen vor allem an den Atlantikküsten auf ihre Kosten, insbesondere im andalusischen Tarifa. Nordwestlich von Tarifa findet man mehrere Surfcenter an der Carretera de Cádiz.
Wintersport
Die Alpin- bzw. Langlaufaktivitäten konzentrieren sich auf die Pyrenäen, die Kantabrische Kordillere, die Gipfel der Meseta und die andalusische Sierra Nevada. In den Pyrenäen ist auch der gut erreichbare Zwergstaat Andorra beliebt, wo insgesamt über 100 Lifte und Seilbahnen zur Verfügung stehen.