Holland ist ein Land, über das viele Klischees bestehen, aber das bedeutend mehr zu bieten hat als viele meinen. Aufgrund der vielseitigen Landschaft und der unzähligen Freizeitmöglichkeiten lockt Holland die unterschiedlichsten Urlauber an. Familienurlauber suchen vermehrt Ferienhäuser an den Nordseeküsten, Kulturliebhaber bevorzugen Ferienwohnungen in den Museumsstädten, und Partytouristen konzentrieren sich auf die Metropole Amsterdam.
Besuchen Sie unbedingt die Nordseeküste, Südholland und Flandern.
In den Niederlanden kann man äußerst lecker essen. Etwa in den zahlreichen eetcafés, einfacheren Restaurants, die oft schmackhafte Fleisch-, Fisch- oder vegetarische Menüs um 15 Euro anbieten. Ein Erbe der kolonialen Vergangenheit sind die vielen indonesischen Restaurants, die besonders zahlreich in Den Haag und Amsterdam anzutreffen sind und mit exotischen Köstlichkeiten wie Reistafeln aufwarten. Daneben gibts in den meisten Orten natürlich auch eine reiche Auswahl aus der internationalen Küche, von chinesisch bis italienisch und von thailändisch bis japanisch.
Nachmittags und abends sitzen die Niederländer gerne in einem bruine café, wie diese typischen »braunen« Kneipen heißen. Solche Lokale haben meistens eine von Brauntönen dominierte Einrichtung mit hölzerner Wandtäfelung und einer langen Bar. Wundern Sie sich nicht über die als Tischtuch dienenden Teppiche.
Neben Kaffee und Tee ist Bier das beliebteste Getränk. Die meisten Kneipen verfügen über ein reichhaltiges Sortiment. Heineken, der Gerstensaft des einheimischen Biermultis, fehlt fast nirgendwo; ähnlich verbreitet sind Grolsch und Brand. Im Sommer, wenns warm ist, wird gerne Weißbier getrunken. Und wenn die Holländer Lust auf eine besondere Bierspezialität haben, bestellen sie belgisches Bier.
Das Schnapsbrennen hat eine ähnlich lange Tradition wie das Bierbrauen. Das Wort genever (Wacholderschnaps) taucht in alten Schriften erstmals 1608 auf. Wenn Sie einen echten Korn möchten, bestellen Sie ein Glas korenwijn. Bekannt ist auch der friesische berenburger, ein Kräuterschnaps. Die Schnapsgläser werden randvoll eingeschenkt, mit einem so genannten kopje. Man beugt sich zum Glas hinunter und schlürft den ersten Schluck. Falls die Reste in der Geneverflasche nicht mehr für ein volles Glas mit kopje reichen, müssen Sie dieses möglichst schnell austrinken: Der Wirt wird Ihnen aus der neuen Flasche gratis ein zweites Glas nachschenken - so will es ein alter Brauch.
Von der Tulpenzwiebel bis zum Diamanten: Niederlandesouvenirs gibt es für jeden Geldbeutel
Tulpen, klompen (Holzschuhe) und Windmühlen, die drei wohl bekanntesten Symbole des Landes, stehen in den Souvenirgeschäften entsprechend hoch im Kurs. Jedes Jahr erwerben die Niederlandeurlauber 3 Mio. Paar Souvenirklompen, zum Beispiel als Schlüsselanhänger, Flaschenöffner oder Käseschaber. Richtige klompen werden in den Niederlanden noch heute von Straßenpflasterern und Bauern getragen.
Viele »typische« Hollandsouvenirs sind mit blauen Motiven verziert und den Worten origineel Delftsblauw versehen. Vertrauen Sie ja nicht darauf - der Ausdruck Delftsblauw (Delfter Blau) ist nicht geschützt.
Ein beliebtes Mitbringsel sind Tulpenzwiebeln, die Sie in jedem Souvenirgeschäft, aber natürlich auch auf Märkten oder in Gartencentern finden. Inzwischen sind auch biologisch gezüchtete Blumenzwiebeln auf dem Markt. Sie tragen das Gütesiegel EKO - wie alle biologisch erzeugten Produkte in den Niederlanden.
Leseratten sei der Gang in ein Buchantiquariat empfohlen. Vor allem in den größeren Städten gibt es sie in großer Zahl. Auch auf Antiquitätengeschäfte werden Sie immer wieder stoßen.
Als kulinarische Mitbringsel eignen sich zum Beispiel (außer einem großen Stück Käse) stroopwafels. Das sind runde, mit dickflüssigem Sirup gefüllte Waffeln. Auch Schnäpse sind beliebte Mitbringsel. Möchten Sie authentischen Korn, halten Sie Ausschau nach korenwijn oder berenburger.
Ein etwas kostbareres holländisches Souvenir ist ein Diamant. Der berühmte Amsterdamer Schliff ist unter Fachleuten nach wie vor ein Begriff für Qualität. Einen echten Diamanten, allerdings nur einen klitzekleinen, gibt es bereits ab 30 Euro.
Ein paar Tipps und Ratschläge, damit Sie im Umgang mit den Niederländern nicht anecken
Bloß nicht…
Erster Kontakt gleich auf Deutsch
In den Niederlanden wird Niederländisch gesprochen. Kein Mensch erwartet aber von Ihnen, dass Sie dieser Sprache mächtig sind. Versuchen Sie, erste Kontakte auf Englisch zu knüpfen. In Holland spricht fast jede und jeder Englisch - oder versteht es zumindest. Niederländer sind überaus hilfsbereite Menschen, die Ihnen gerne den Weg zeigen - vorausgesetzt, sie werden freundlich danach gefragt.
Strandburgen graben
Die an der deutschen Nord- und Ostseeküste so beliebten Strandburgen sind an den hiesigen Stränden verpönt. Die Niederländer empfinden dieses »Territoriumabstecken« als deutsches Machtgehabe. Das niederländische Credo lautet vielmehr: Der Strand ist für alle da.
Fotos von Prostituierten machen
Machen Sie keine Fotos von Prostituierten. Die leicht bekleideten Damen hinter den Fenstern werden Sie zurechtweisen, wenn sie merken, dass Sie eine Aufnahme machen wollen. Schlagen Sie eine solche Warnung in den Wind, kann es durchaus passieren, dass die Frau (oder ihr Zuhälter) Sie verfolgt und den Film aus Ihrer Kamera zerrt. Und wundern Sie sich nicht, wenn dann auch die ganze Nachbarschaft dabei zuguckt und den Vorfall lautstark beklatscht!
Stehen bleiben, wenn Sie eine Fahrradklingel hören
Achten Sie in den Niederlanden immer und überall auf Fahrräder! Wenn Sie als Fußgänger in einer Stadt unterwegs sind, sollten Sie unbedingt auf die Fahrradklingeln reagieren und schnell zur Seite springen. Erschrecken Sie auch nicht, wenn Ihnen Drahtesel in einer Einbahnstraße aus der verkehrten Richtung entgegenkommen. Und machen Sie sich nichts draus, wenn Sie im Auto vor einer roten Ampel warten und die Radfahrer links und rechts an Ihnen vorbeisausen.
Den Blick in den Rückspiegel vergessen
Bevor Sie zum Aussteigen die Autotür öffnen - auch auf dem Beifahrersitz oder dem Rücksitz -, müssen Sie sich zunächst immer vergewissern, ob nicht gerade ein Fahrrad vorbeikommt. Ein Fahrschüler fällt in den Niederlanden automatisch durch die Führerscheinprüfung, wenn er die zwei obligatorischen Kontrollblicke in den Rück- und den Seitenspiegel vor dem Aussteigen vergisst.
Auskunft vor Ort
In den Niederlanden gibt es rund 350 Fremdenverkehrsbüros, die Sie entweder in der Nähe des Bahnhofs oder am größten Platz des Ortes finden. Halten Sie Ausschau nach einem Schild mit drei weißen V auf blauem Hintergrund: Die Touristenbüros heißen in Holland VVV (sprich »FehFehFeh«). Die Büros sind meist Mo-Fr von 9 bis 17, Sa von 9 bis 13 oder 16 Uhr geöffnet, in den touristischen Zentren in der Hochsaison auch am Sonntag.
Banken und Kreditkarten
Fast alle Banken sind Mo-Fr von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Geldautomaten finden Sie in jedem noch so kleinen Ort.
Gesundheit
Apotheken sind meist Mo-Fr von 8 oder 9 bis 17.30 oder 18 Uhr geöffnet. Außerhalb dieser Öffnungszeiten gibt es immer eine Notapotheke. Erste Hilfe leisten die Notfallstationen (eerste hulp) der Krankenhäuser.
Das Honorar für den Arzt (dokter, arts) müssen Sie entweder vorstrecken und die Rechnung der heimischen Krankenkasse später zur (meist problemlosen) Erstattung vorlegen, oder Sie besorgen sich vor der Reise bei Ihrer Versicherung die European Health Insurance Card (EHIC).
Internetcafés
Weil es fast überall Internetanschlüsse gibt und das Surfen per Handy immer bezahlbarer wird, sind die Stunden der Cyberkneipen gezählt. Die größte in Amsterdam, Easy Everything, hat ihre Pforten bereits geschlossen. Surfen können Sie in den Niederlanden nicht nur in Cyberkneipen: In vielen Restaurants, Coffeeshops, Bibliotheken und anderen öffentlichen Orten ist der Zugang ins Internet ohne weiteres möglich.
Tickets
Wenn Sie oft ins Museum gehen, lohnt sich die Museumjahreskarte, die Sie in den VVV-Büros oder in den Museen kaufen können. Die Karte, mit der Sie freien Eintritt in 400 Museen haben, kostet 29,95 Euro und ist ein ganzes Kalenderjahr gültig. Sie benötigen dafür ein Passfoto. www.museumjaarkaart.nl
Notruf
Die allgemeine Notrufnummer ist 112.
Öffnungszeiten
Die meisten Geschäfte sind Mo-Fr von 9 bis 18 Uhr (Supermärkte bis 20 Uhr) und Sa von 9 bis 17 Uhr geöffnet. In größeren Städten und in touristischen Gebieten gibt es so genannte avondwinkels (Nachtläden), die bis Mitternacht oder länger geöffnet sind. Donnerstag oder Freitag ist im ganzen Land bis 21 Uhr Abendverkauf (koopavond). In Touristenorten sind die Geschäfte auch am Sonntag von 12 bis 18 Uhr geöffnet, im übrigen Land an zwölf Sonntagen im Jahr.
Post
Die meisten Postämter sind Mo-Fr von 8.30 oder 9 bis 17 oder 18 Uhr, Sa von 8.30 oder 9 bis 12 oder 13.30 Uhr geöffnet. Das Porto für Postkarten oder Briefe (bis 20 g) in die EU und die Schweiz beträgt 65 Cent.
Telefon
Münztelefone werden immer seltener. Auf den Bahnhöfen brauchen Sie eine Telefonkarte der Gesellschaft Telfort, die Sie am Schalter oder am Kiosk kaufen können. Für alle anderen öffentlichen Telefone benötigen Sie eine KPN-Telefonkarte, die es in Tabakgeschäften und auf der Post gibt.
Was das Handy betrifft, so gibt es in den Niederlanden fünf Gesellschaften, die sich einen heftigen Konkurrenzkampf liefern. Das hat zur Folge, dass sich die Preise wenn nicht monatlich, so doch zumindest vierteljährlich ändern. Wie hoch der Aufpreis pro Minute ist, den Sie bezahlen, wenn Sie mit Ihrem Handy in den Niederlanden unterwegs sind, können Sie bei Ihrer Mobilfunkgesellschaft in Erfahrung bringen. Wenn Sie sich in die niederländischen Tarife vertiefen möchten, finden Sie sämtliche Angaben auf der Website www.bellen.com.
Trinkgeld
Trinkgeld ist überall inbegriffen. Trotzdem ist es üblich, im Restaurant, im Taxi oder beim Friseur ein Trinkgeld von etwa fünf bis zehn Prozent des Preises zu geben. Die in vielen Restaurants übliche Toilettenfrau erwartet ca. 25 Cent.
Zoll
Innerhalb der EU dürfen Waren zum persönlichen Gebrauch frei ein- und ausgeführt werden (u. a. 800 Zigaretten, 90 l Wein, 10 l Spirituosen). Für Schweizer gelten wesentlich geringere Freimengen, u. a. 200 Zigaretten, 1 l Spirituosen.
Autofahren
Den Autofahrern bieten die Niederlande ein sehr exzellentes Netz von 1.905 km Autobahnen. Sie sind zum grössten Teil gebührenfrei. Die Geschwindigkeitslimite ist entweder 120 km/h oder 100 km/h, je nach Region. Innerorts darf nicht schneller als 50 km/h gefahren werden und ausserorts gilt ein Limit von 80 km/h. Die Einhaltung dieser Limiten wird von der Polizei an vielen Stellen überwacht. Das Alkohollimit liegt bei 0,5 Promille.
Bahn
Es gibt mehrere, zum Teil direkte Verbindungen mit IC- und EC-Zügen sowie mit City-Nightline-Zügen aus vielen europäischen Städten.
In den niederländischen Zügen können Sie Ihr Fahrrad mitnehmen, müssen es aber selbst in den Fahrradwaggon verladen (achten Sie auf die Aufkleber an den Fenstern). Für einen ganzen Tag bezahlen Sie unabhängig von der Strecke für Ihr Rad 6 Euro. Außer im Juli und August ist die Fahrradmitnahme während der Stoßzeiten (6.30 bis 9 und 16.30-18 Uhr) nicht erlaubt.
Ein typisch niederländisches Mittel zur Personenbeförderung ab den Bahnhöfen ist das treintaxi, eine Art Sammeltaxi, das Sie mit anderen Fahrgästen teilen. Der Einheitstarif beträgt 4,10 Euro pro Person. Treintaxis gibt es auf mehr als 100 Bahnhöfen.
Öffentliche Verkehrsmittel
Für Straßenbahnen, Busse und Metros gibt es im ganzen Land eine einheitliche strippenkaart (Streifenkarte). Während in den Bussen der Fahrer die Karte entwertet, müssen Sie das in Metros und Straßenbahnen meistens selbst tun. Zwei Streifen entsprechen einer Zone. Wie viele Zonen Sie brauchen, können Sie auf dem bei der Haltestelle aushängenden Stadtplan nachschauen. Eine kleine oder große strippenkaart können Sie auf Bahnhöfen und Postämtern, in Kiosken und den VVV-Büros kaufen.
Radfahren
Eine Tour mit dem Fahrrad ist in diesem topfebenen Land ein ganz besonderes Vergnügen. Möglich macht dies ein vorbildliches Netz von Radwegen, das über fast 20 000 km in alle Richtungen quer durchs Land führt. Leihräder können Sie in praktisch jeder Ortschaft für ungefähr 8 Euro pro Tag mieten.
Inlineskating
Empfehlenswert ist auch eine Tour mit Inlineskates, denn skaten kann man hier fast ebenso gut wie Rad fahren. Die Radwege dürfen auch mit den Rollerblades benutzt werden - sofern man die Bremstechnik voll und ganz beherrscht! In praktisch allen Landesteilen trifft man sich einmal in der Woche zu einer gemeinsamen Tour. Die wohl berühmteste ist der Friday Night Skate in Amsterdam (Treffpunkt beim Filmmuseum im Vondelpark um 20 Uhr), wo jeweils Tausende in einer langen, bunten Schleife durch die ganze Stadt fahren. Fast überall gibt es inzwischen Sprungrampen und vielerorts - etwa in Eindhoven - komplette Skateparks.
Wassersport
Natürlich ist das Land auch prädestiniert für den Wassersport. Wer in größeren Städten keine geführte Rundfahrt mit dem Boot machen möchte, kann auch ein Tretboot mieten. Rund ums IJsselmeer, in Friesland, entlang der Nordseeküste in Zeeland oder auf den zahlreichen meeren (Seen) können Sie Kanus, Ruderboote, Surfbretter sowie Segel- und Motorboote ausleihen.