Die „grüne Insel“ Irland ist wegen ihrer bezaubernden Natur ein Paradies für Wanderer, Biker und Angler, denen sich viele gute Angelplätze bieten. Neben reizender, ursprünglicher Natur lockt die einzigartige irische Lebensart. Zahlreiche Bauwerke zeugen vom keltischen Ursprung der Iren, und keltische Bräuche werden im Alltag und auf lebhaften Feiern gepflegt.
Erleben lässt sich das einzigartige irische Flair etwa in typischen Pubs in Dublin, Cork oder in Kerry.
Die irische Küche zeichnet sich nicht durch große Vielfalt aus. Auf den Speisekarten der Restaurants sind meist Fleischgerichte zu finden, die zusammen mit Pommes frites und Gemüse aufgetischt werden. Die Kartoffel gehört seit Jahrhunderten zum täglichen Essen der Iren, und deswegen erscheint sie auch in zahlreichen Rezepten. Recht groß ist die Auswahl an Fischund Meeresspezialitäten. Austern (in Irland recht preiswert), Hummer, Muscheln, Krabben sowie alle Sorten Fisch (auch Spezialitäten wie Haifisch, Thunfisch und Seewolf) glänzen auf mancher Speisekarte.
Neben Restaurants (häufig erst zum Abendessen geöffnet) bieten Cafés und Pubs kleine Snacks an (etwa pub grub, so genanntes Kneipenfutter, meist Salat, Sandwich, Suppe). Fastfoodlokale schießen in den größeren Ortschaften aus dem Boden, sie stellen eine Ergänzung der angelsächsischen Version der Fish-&-Chips-Buden dar; bei den Letzteren vorher sicherstellen, dass der angebotene Fisch auch frisch ist und nicht tiefgekühlt, deep frozen!
Die Iren sind Teetrinker und genießen das Getränk mit Milch und Zucker. Zwei bekannte Teefirmen, die die Kunst des Mischens (Verblenden) beherrschen, sind Barry (Cork) und Bewley (Dublin).
Der Pub (public house) ist in Irland weit mehr als eine Kneipe, in der Alkohol verkauft wird. Er ist ein Treffpunkt, um zu reden, zu musizieren, über die Politik zu klatschen, sich Gehör zu verschaffen, anderen zuzuhören. Im Pub begegnen sich Leute aller sozialen Schichten, aller Altersgruppen.
Guinness ist ein Markenname für dunkles Bier (stout), daneben sind in Irland Beamish und Murphy's beliebt. Wer ein stout bestellt, erhält ein pint (etwa einen halben Liter). Wem das zu viel ist, der bestellt half a pint oder einfach ein Glas. Ein lager ist ein helles Bier, es gibt zahlreiche Sorten, wer bitter verlangt, dem wird häufig Smithwicks ausgeschenkt. Wegen der hohen Alkoholsteuer ist irischer Whiskey teurer als in Deutschland.
In Irland locken Einkaufsangebote, die das Leben angenehmer machen: Strickpullover und Tweedjacken, Angelausrüstungen und - für das leibliche Wohl - geräucherter Wildlachs. Ausgesuchte Qualität statt überwältigender Fülle ist die Devise. Besonders junge Leute mögen die in bunten Farben gestrickten Pullover, die zahlreichen Discount- und Secondhandläden, die in vielen Orten zu finden sind.
Große Warenhäuser gibt es nur in Dublin, Cork und Limerick. Viel aufregender sind ohnehin die kleinen Läden, die sich z. B. auf Schmuck mit altkeltischen Motiven spezialisiert haben, auf Filmplakate oder wohl riechende Seifen und Tinkturen. Häufig findet man auch noch stores, die vom Tabak über die Angelschnur und Gummistiefel bis zur Daily Mail ziemlich alles bereithalten, was der Landmensch zum Leben braucht.
Die meisten Besucher schätzen die Tea- und Coffeeshops, die gleichzeitig als Buchgeschäfte, Galerien (mit Werken jüngerer Künstler) oder Verkaufsausstellungsräume (für Kleidung, Schmuck und Kunsthandwerk) fungieren. Mit den steigenden Fremdenverkehrszahlen besann man sich auf traditionelles (Kunst-) Handwerk. Wieder belebt wurde die alte Kunst des Töpferns. Besonders im Süden Irlands befinden sich zahlreiche Töpfereien, von denen jede ihr eigenes typisches Design entwickelt hat. Begehrt sind althergebrachte Formen und kleinflorale Muster.
Die Geschäfte sind normalerweise von 9 oder 9.30 Uhr bis 17.30 bzw. 18 Uhr geöffnet. An Sonntagen haben nur einzelne Supermärkte offen.
Auch in Irland gibt es Dinge, über die Sie Bescheid wissen oder lieber meiden sollten
Bloß nicht …
Curiosity missverstehen
»Curious« sein heißt neugierig sein, und diese Spielart des persönlichen Interesses an anderen Menschen ist eine von den redseligen Iren gern gepflegte Eigenschaft. Darauf sollte man nicht abweisend reagieren, denn Neugierde bedeutet in diesem Land nichts Negatives, sondern signalisiert Aufgeschlossenheit gegenüber Wohlergehen und Anteilnahme an Sorgen - auch bei Fremden.
Nachts Auto fahren
Schon tagsüber ist das Autofahren in Irland nicht so leicht wie zu Hause. Die Straßen sind eng, kurvig - und häufig auch hügelig -, und sie werden nicht selten von Pferden, Kühen und Schafen überquert. Hinzu kommen die vielen Schlaglöcher und Kanaldeckel, die entweder zu tief oder zu hoch liegen. Vorsicht ist also besonders nachts geboten.
Ohne Regenschirm nach Irland
Mit Regen sollte man immer rechnen, auch wenn es gelegentlich trockene Tage gibt. Daher ist es ratsam, stets Regenjacke oder Schirm dabeizuhaben.
Als Feinschmecker nach Kinsale
Kinsale ist zweifellos ein hübsches Hafenstädtchen, aber die kulinarische Hauptstadt Irlands, wie es sich selbst nennt, ist es bestimmt nicht. Nur wegen der Restaurants und des Essens lohnt sich die Reise also nicht. Während die Erbsen kaum gesalzen sind, sind es die Preise häufig umso mehr.
Doppelt sehen
Die gelbe Linie am Straßenrand bedeutet: Hier darf man nicht parken. Parkt man gar an einer doppelten gelben Linie, wird das Auto abgeschleppt, bevor man vom Fish-&-Chips-Essen zurück ist. Denn die Abschlepper erhalten angeblich Provision, und auf einen Abschlepp- passen zwei kleine Leihwagen. Dann beginnt der Ärger. Das Depot liegt weit draußen, ist nur mit dem Taxi zu finden, und das Bußgeld ist saftig. Wenn man Glück hat und überhaupt während der Öffnungszeiten erscheint.
Banken und Kreditkarten
Öffnungszeiten der Banken: Mo-Fr 10-12.30, 13.30-15 Uhr bzw. bis 17 Uhr. Geld erhält man an den Geldautomaten mit der EC-Karte oder der Kreditkarte. Kreditkarten werden weitgehend akzeptiert.
Gesundheit
Apotheken sind häufig einer Drogerie angeschlossen. Wechselnder Apothekennotdienst in Städten, Angabe der jeweils diensthabenden Apotheke im Schaufenster von Drogerien.
Bürger von EU-Staaten erhalten von ihrer gesetzlichen Krankenkasse die EHIC (Europäische Krankenversicherungskarte), die seit Juni 2004 eingeführt wird (oder eine Ersatzbescheinigung), mit der man sich in Krankenhäusern und bei niedergelassenen Ärzten behandeln lassen kann.
Internetcafés
Internetcafés findet man in allen größeren Städten. Sie sind oft rund um die Uhr geöffnet.
Notruf
Notruf landesweit: 999 oder 112
Telefon
In Irland benötigt man ein Handy (mobile phone) mit GSM-Standard. Eircell und Digiphone bieten eine flächendeckende Nutzung. Ein Steuerungssystem schaltet Handys in öffentlichen Gebäuden (auch Theatern) aus. In phone shops kann man auch eine pre-paid calling card kaufen.
Kartentelefone sind weit verbreitet, Telefonkarten kosten 10, 15 oder 20 Euro und sind bei der Post erhältlich.
Trinkgeld
Bei Taxifahrern rundet man auf, im Restaurant sollte man rund 10 Prozent (falls nicht auf der Rechnung), im Pub 10 Prozent (nicht am Tresen) geben. An der Tankstelle mit Bedienung rundet man ebenfalls auf.
Zoll
Innerhalb der EU können EU-Bürger über 17 Jahren alle Waren des persönlichen Gebrauchs frei ein- und ausführen, z. B. 800 Zigaretten und 10 l Spirituosen. Für Schweizer gelten erheblich reduzierte Freimengen.
Autofahren
Um mit dem eigenen Auto nach Irland zu gelangen, fährt man am schnellsten über Grossbritannien (Eurotunnel, dann mit der Fähre ab Holyhead; gesamte Reisezeit ab Grenze Schweiz oder Deutschland um die 20 Stunden). Es gibt aber auch Fähren ab Nordwestfrankreich (Le Havre, Cherbourg etc.). Schneller ist man aber auf der Insel per Flugzeug. Es empfiehlt sich, in Irland ein Auto zu mieten, so kann die Insel am bequemsten erkundet werden. Auf der Insel gilt der Linksverkehr. Distanzen und Geschwindigkeiten sind meist in Kilometer angeschrieben, teilweise aber noch in Meilen. Abgesehen davon gelten in Irland die gleichen Verkehrsregeln wie auf dem europäischen Festland. In der Republik Irland gibt es praktisch keine Autobahnen, das Vorwärtskommen ist deshalb relativ gemächlich. Höchstgeschwindigkeiten sind innerorts 48 km/h (30 mi/h), auf Landstrassen 89 km/h (55 mi/h).
Öffentliche Verkehrsmittel
Außer der staatlichen Transportgesellschaft C. I. E. gibt es diverse private Busunternehmen. Die Busfahrkarte Cork-Dublin und zurück (Bus Eireann) gibt es bereits ab etwa 20 Euro. Die Mitnahme von Fahrrädern kostet 6,50 Euro. Mit dem Rambler Ticket (z. B. 15 Tage gültiges Ticket, davon 8 Tage reisen 116 Euro) können außer dem Flughafenbus alle Busse beliebig benutzt werden.
Mit dem Explorer Ticket ist unbegrenztes Reisen mit der Bahn in einem bestimmten Zeitraum möglich, z. B. an 5 von 15 Tagen für 115 Euro. In Dublin verkehrt die S-Bahn DART um die gesamte Bucht von Howth nach Bray. Hier lohnt sich das Ticket Dublin Rambler, mit dem alle Busse der Stadt (inkl. Flughafenbus) benutzt werden können (1 Tag 5, 3 Tage 10, 5 Tage 15 Euro).
Angeln
4000 Seen, 14 000 km Flüsse und 3200 km Küstenlinie - kein Wunder, dass man kaum einen Iren findet, der nicht angelt. Lachse gibt es in den Atlantikflüssen, Forellen in fast jedem Bach oder See (game angling). Das Angeln von Hecht, Aal und anderen Fischen heißt coarse angling. Eine Lizenz besorgt man sich in einem der vielen Angelgeschäfte. In den Häfen von Galway, Kinsale, Valentia Island und Youghal werden auch Törns zum Hochseeangeln (deep sea fishing) angeboten.
Drachenfliegen
Die sanften Berghügel, unbebaute Moorflächen und die beständige Atlantikbrise sind beste Voraussetzungen, um einmal in die Luft zu gehen. Beliebt sind die Grafschaften Donegal, Wicklow, Carlow, Cork, Kerry, Tipperary und Galway. Vor dem Start erkundigt man sich nach den entsprechenden Vorschriften bei der Irish Hang Gliding and Paragliding Association, www.ihpa.ie.
Golf
Irland besitzt mehr als 450 Golfplätze - Golfen ist hier Volkssport. Die greenfees sind niedriger als auf dem Kontinent. Eine verkleinerte Golfversion, die Fairways sind zwischen 50 und 70 m lang, das pitch and putt, findet man in fast jedem Dorf.
Kanuwandern
Die vielen Seen, Flüsse und Kanäle fordern das Canoeing fast heraus, selbst Wildwasserfahrten sind möglich. Die am besten geeigneten Flüsse sind Liffey, Barrow, Shannon und Suir.
Radfahren
Im hügeligen Irland findet das Fahrrad als Fortbewegungsmittel große Zustimmung. Es gibt zwar keine Radwege, aber geteerte Nebenstraßen mit wenig Verkehr. In Dublin sprießen die Fahrradvermieter aus den Backsteinbauten, die Stadt baut fieberhaft Radwege, insgesamt sind es schon über 360 km. Fahrräder lassen sich fast überall mieten.
Reiten
Die irische Landschaft und das Klima sind ideal für einen Reiturlaub. Ob Unterricht, Jagdreiten, begleitete Ausritte oder mehrtägige Pferdewanderungen mit Unterkunft in zünftigen Häusern.
Segeln
3200 km Küste, 100 Yachtclubs und 50 Bootshäfen umgeben Irland. Das ideale Segelrevier liegt an der Südküste zwischen Waterford und Kinsale.
Tauchen
Trotz des stetigen Windes und der unruhigen See bieten die irischen Küsten eine gute Sichtweite bis zu 30 m. Flora (riesige Kelpwälder) und Fauna (von Heringsschwärmen bis zu Seehunden) sind vielfältig, der Golfstrom sorgt für erträgliche Tauchtemperaturen - bei 20 m Tiefe immer noch etwa 15 Grad. Auf der Westseite der Insel liegen zahlreiche Wracks, aber auch die Ostküste bietet interessante Tauchplätze, zu denen man mit dem Boot gelangt.
Wandern
Wandern gilt als mega-in, bevorzugte Ziele sind die Halbinseln im Südwesten des Landes. Hinweise und Angebote findet man unter www.walkireland.ie und www.walking.ireland.ie. Die höchsten irischen Berge liegen bei einer Höhe von ca. 1000 m, Bergsteigen ist in Irland deshalb weniger verbreitet als Bergwandern. Besonders schön ist das Bergwandern in den Grafschaften Wicklow (Glendalough), Donegal (Glencolumbkille), Clare (Doolin) Galway (Connemara, Twelve Pins) und Kerry (Gap of Dunloe). Restaurants und Berghütten gibt es unterwegs nicht, aber selbst im kleinsten Weiler findet man oft einen Pub.