Tor nach Osteuropa, Kulturmetropole und Hauptstadt Deutschlands - Berlin hat ungeheures Potenzial.
Himmelsrichtungen sind in Berlin immer noch bedeutsamer als anderswo: »Wo beginnt eigentlich der Osten, oder - wo hört er auf?« Das ist ein Thema, das selbst die Einheimischen immer wieder beschäftigt. Lange Zeit brauchte man keinen Kompass, um festzustellen, wo der Osten aufhörte und der Westen anfing. Die Mauer, die von 1961 bis 1989 quer durch die geteilte Stadt verlief, war Zeichen genug: Auf der einen Seite Ost-Berlin als Hauptstadt der DDR unter sowjetischem Einfluss, auf der anderen die von den westlichen Alliierten Frankreich, Großbritannien und USA beschützte Mauerstadt West-Berlin. Heute, fast 20 Jahre nach dem Mauerfall, können Besucher der Stadt kaum noch erahnen, welche Unterschiede die verschiedenen politischen Systeme auch im Stadtbild geschaffen hatten. Viele der DDR-typischen Plattenbauten im Ostteil sind zum großen Teil saniert. Sie sehen so erstaunlich modern und wohnlich aus, dass es mittlerweile wieder schick ist, etwa im achten Stock am Alexanderplatz zu wohnen. Und wer am Checkpoint Charlie steht, dem ehemaligen Grenzübergang der Alliierten in der Friedrichstraße, wird feststellen, dass im ehemaligen Ostteil Berlins luxuriöse Geschäftshäuser und Boutiquen dominieren.
Die neue, alte Hauptstadt Berlin mit ihren rund 3,4 Mio. Einwohnern ist nach wie vor im Umbruch: Die Anstrengungen, die unternommen werden, um eine architektonisch repräsentative Hauptstadt zu gestalten, sind seit vielen Jahren enorm. Es wird gebaut, restauriert und saniert. Der Potsdamer Platz, Mitte der 1990er-Jahre Europas größte Baustelle, hat sich als neues Zentrum bereits erfolgreich etabliert. Blickt man von der Kuppel des Reichstags, sieht man im Süden den Potsdamer Platz, im Norden das monumentale Glasdach des neuen Hauptbahnhofs, im Westen das Bundeskanzleramt und im Osten die Abgeordnetenbüros. Apropos Reichstagskuppel: Während in anderen Städten das gemeine Volk durch eine Bannmeile möglichst weit weg von der Volksvertretung gehalten wird, steigen Sie hier den Parlamentariern im wahrsten Sinne des Wortes aufs Dach und sehen ihnen von oben beim Diskutieren zu. Das ist Bürgernähe, wie sie von der Politik gewünscht ist, und nicht zuletzt das gibt der Hauptstadt ein ganz besonderes Flair. Dazu gehört auch, dass viele Politiker und Abgeordnete die Öffentlichkeit nicht scheuen. Sie werden überrascht sein, wie vielen Prominenten Sie in den umliegenden Restaurants oder Cafés begegnen. Und das ist nur in einer Stadt wie Berlin denkbar: Menschen werden in erster Linie als Menschen wahrgenommen. Ob jemand prominent ist, interessiert erst an zweiter Stelle.
Tolerant, offen für neue Wege und in vielerlei Hinsicht Avantgarde, so zeigt sich Berlin besonders in Bezug auf das kulturelle Leben. Mit über 150 Konzerthäusern, Theatern und Bühnen, drei Opernhäusern, zahllosen Kinos und rund 170 Museen und Sammlungen bietet Berlin heute eine Vielfalt wie kaum eine andere Stadt. Weltweit berühmt ist Berlin auch für sein brodelndes Nachtleben mit über zweihundert Clubs sowie unzähligen Bars, Cafés und Kneipen.
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